Die Steve Gibbons Story – Die 1940er: Birmingham Blitz und ungeliebter Musikunterricht

Beitragsbild: Steve Gibbons als kleiner Junge: Copyright (und herzlicher Dank an die) Gibbons Familie, Edgbaston, „Brum“.

Musikstadt „Brum“ (Birmingham)

Steve Gibbons wird am 13. Juli 1941 in Harborne, wo er auch heute noch lebt, geboren. Aufgewachsen ist er dort in der York Street

Harborne ist ein Stadtteil von Birmingham, das seine Bewohner liebevoll „Brum“ nennen.

Jahrzehnte später sollte Fuzzy Townsend, der Drummer von Pop will eat itself , diese Stadt in der Dokumentation „Untold Stories“ als „a great sort of fermenting hot spot für artists of all kinds“ beschrieben.

Auf diesem Humus wuchs auch Steve Gibbons. Und die Stadt blieb zeitlebens sein Lebensmittelpunkt. Anders als andere konnten ihn – von einem kurzen Intermezzo Ende der 1960er/Anfang der 1970er abgesehen – auch die Aussichten auf bessere Karrierechancen nicht aus der zweitgrößten Stadt der britischen Insel locken.

Birmingham im Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1941 ist Birmingham Ziel von Luftangriffen des deutschen Luftwaffe, die die Stadt im Rahmen des Birmingham Blitz vom 9. August 1940 bis zum 23. April 1943, also auch während der Zeit, als Steve geboren wurde, regelmäßig bombardieren.

Bull_Ring_Blitz
Bildquelle: United Kingdom Ministry of Information http://www.john-madin.info/downloads/John_Madin_Architect_Planner_ebook.pdf

Am Tag von Steves  Geburt hält in der deutschen Stadt Münster Bischof Clemens August Graf von Galen die erste einer Reihe von flammenden Predigten gegen das nationalsozialistische Unrecht, deren Wortlaut auch wenige Tage später von der BBC gesendet wird.

Die Industriestadt Birmingham, in der durch die deutsche Luftwaffe über 5.000 Menschen getötet und noch mehr Häuser zerstört wurden, ist damals eine Rüstungsschmiede: Munition, Panzerfederungen und Stahlhelme, aber auch Minen sowie Jagd- und Bomberflugzeuge wie die Hawker Hurricane, die Lancaster und die Supermarine Spitfire werden dort produziert. (Eine dieser Rüstungsfirmen war B.S.A., die Birmingham Small Arms Company, von der hier noch im Zusammenhang mit den Motorradsongs von Steve Gibbons die Rede sein wird.)

Quelle des Films: YouTube

Birmingham direkt nach dem Zweiten Weltkrieg

Der ein Jahr nach Steve geborene Dave Morgan, der sich heute Dave Morgan-Scott nennt, und mit Gibbons sowohl bei den Ugly`s wie bei den Balls spielete, beschreibt in seiner Autobiografie „Patterns in the Chaosseine eigene Kindheit im Nachkriegs-Birmingham so:

It was post-war Birmingham and compared to today most of us were undernourished, dishevelled and slightly ailing in some manner (Es war Birmingham nach dem Krieg und im Vergleich zu heute waren die meisten von uns unterernährt, zerzaust und irgendwie krank)

Und bei Jürgen Wanda (Blackberry Way MOVE, ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA, Roy Wood, Jeff Lynne und STEVE GIBBONS BAND, Balve 1996, S. 23) heißt es:

Steve Gibbons wuch in einem dunklen Viertel im industriellen Teil von Birmingham auf. Dort gab es wenige Chancen, nach der Schule einen guten Job zu finden…. Er wuchs auf der Straße auf, zwischen zerbrochenen Fenstercheiben, umgekippten Mülltonnen, versyphten Hinterhöfen und ballspielenden Kumpels.

Ein ehr tristes Bild. Man kann es aber auch positiv sehen: Es konnte eigentlich nur besser werden.

Steve Gibbons: Damals noch kein Musikfan

Und: Es deutete in dieser Nachkriegssituation nichts darauf hin, dass Steve einmal in Münster auftreten würde, geschwiege denn, dass ihm einmal tausende von Deutschen zujubeln würden. Vor allem nicht in Nürnberg (Dazu mehr in den 1970-ern der Steve-Gibbons-Story).

Auch gibt es zuerst einmal keine Anzeichen dafür, dass der kleine Steve später einmal seinen Lebensunterhalt mit Musik verdienen würde. In der Schule mag er den Musikunterricht nämlich nicht.

Gibbons Family 2
Steve Gibbons als kleiner Junge: Copyright (und herzlicher Dank) an die Gibbons Familie, Edgbaston, „Brum“.

In seinem familiären Umfeld scheint es dem jungen Steve damals, trotz der schweren Nachkriegszeiten, sehr gut gegangen zu sein. Das belegen Bilder, die ihn zusammen mit seinen Geschwistern zeigen:

 

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Wenn man genau hinsieht, kann man auch festzustellen, wie sich während der 1940er ein eher skeptischen Kind zu einem selbstbewußten Jungen entwickelte, in dem schon viel von dem Performer, der  später die Bühne beherrschte, angelegt war:

 

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Hier geht es weiter zu den 1950-ern.

 

 

 

 

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