Steve Gibbons und die Beatles

(You may find an English version of this article here)

Beatles explode

Steve Gibbons und die Beatles

Am 10. April 1970 erklärte Paul McCartney, dass er kein Mitglied der Beatles mehr sei. Für manche Fans war dies die Urkatastrophe der Rockmusik, und der wahre Tag, an dem die Musik starb.

Für uns ist dieser Tag Anlass, einmal Querverbindungen von Steve Gibbons zu den Beatles zusammenzustellen.

Beatles als Vorbild

Die erste ist relativ naheliegend und trifft auf Millionen von Musikern zu: Die Beatles hatten einen großen Einfluss auf Steve. Mehr noch: Steve ist auch heute noch Beatles-Fan durch und durch. Wenn er darüber spricht, dass ohne den Hamburger Aufenthalt der Fab Four die Rockmusik heute nicht das wäre, was sie ist, oder wenn er erzählt, dass er gerade ein Buch über John Lennon (der für ihn ein Genie ist), liest, spürt man auch heute noch jugendiche Begeisterung und Hochachtung.

Gemeinsame Mitmusiker

Darüber hinaus spielte Gibbons mit Musikern, die ihrerseits eine enge Verbindung zu einzelnen Mitglieder der Beatles hatten oder später bekommen sollten. So gehörte Alan White, Schlagzeuger der John Lennons Plastic Ono Band, ebenso zu den „Balls“, wie Denny Laine, der später neben Paul McCartney die Nummer zwei bei The Wings werden sollte.

Ersatz für einen Beatle

Auch die Abbey Road Studios, in denen die Beatles die meisten ihrer legendären Werke aufnahmen, lernte Gibbons bei den Aufnahmen des Tributes für den Elvis-Gitarristen Scooty Moore (Scooty More & Friends – A Tribute to the King) kennen. Ein Beatle war an den Aufnahmen nicht beteiligt. Dave Pegg, Steves` Mitstreiter bei The Uglys und später Mitglied von Jethro Tull sowie Fairport Convention, erzählt in seiner Autobiografiejedoch, dass Paul McCartney schon zugesagt hatte, dann aber doch nicht konnte.

Weshalb dessen Song „Heartbreak Hotel“ von Steve Gibbons überhommen wurde. Ersatz für einen Beatle: Keine schlechte Sache! Und dann noch  zwei Rolling Stones (Bill Wyman, Ronny Wood) und dem früheren Gitarristen von Elvis begleitet. Denen muss die performance gefallen haben. Dave Pegg schreibt nämlich:

Whe he finishes everyone in the room, all these legendary rock players  burst into sponanous applause

 Auf der Bühne mit einem Beatle

Noch näher war Gibbons einem Beatle jedoch  bei dem Wohltätigkeitskonzert „Heart Beat86″  im Jahr 1986 in Birmingham gewesen, bei dessen Finale George Harrison sich als Überraschungsgast den beteiligten Musikern bei dem Song „Johnny B. Goode“ anschloss.

Heart_beat_86

Quelle: Wikipedia, Autor: https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=23811712

Aber kaum Beatles-Cover

Bei diesen vielen Querverbindungen ist es erstaunlich, wie wenig direkte Bezüge zu den Beatles es in der Musik von Steve Gibbons und seiner Band gibt. Seinen Idolen Buddy Holly, Chuck Berry, Elvis und Pupillen hatte jeweils eigene Songs gewidmet (Hey Buddy, Chuck in My Car, Tupelo Mississippi Flash und Colours to the Mast, letzteres mit dem Dylan Project aufgenommen) und es gibt kaum ein Konzert seiner Band, bei der Gibbons nicht einen Dylan-Song spielen würde, beim Dylan Project bestand sogar das gesamte Reportoire aus Songs von His Bobness.

Demgegenüber hat es nur eine Beatles Coverversion auf einen Tonträger der Steve Gibbons Band geschafft, nämlich „Day Tripper“, auf dem Live-Album „Caught in the Act“. Besucher der Konzerte der British Blues Explosion“ in Deutschland und Slowenien im Herbst 2019 konnten darüber hinaus eine Coverversion von „With A Little Help From My Friends“ unter der Beteiligung von Steve Gibbons hören.

Gibbons ein Undercover-Beatle?

Eher skurril ist eine andere Anekdote, die mit dem erfolglosen Versuch mit de „Balls“ eine Supergruppe unter Beteiligung von Steve aus der Taufe zu heben, verbunden ist. Das einzige greifbare Ergebnis war die Single „Fight For My Country“, von der ein Radiosender in den USA behauptete, sie wäre von einer Band aus Mitgliedern der Beatles und der Rolling Stones aufgenommen worden.

Die Website Beatlessource.com schreibt dazu:

Back in 1971, WMMS-FM Cleveland, began playing this song. It was credited to a band named Balls (OK, so far). However, according to the radio station, Balls members were John Lennon, Ringo Starr, Keith Richard and Bill Wyman of The Rolling Stones along with Ginger Baker from Cream. Now THAT would be a supergroup.

Well, I finally learned who the personnel actually were..

Balls (the REAL story):

Trevor Burton vocal & guitar

  • Steve Gibbons vocal, harmonica
  • Denny Laine bass guitar, vocal
  • Mike Kellie drums
  • Richard Tandy keyboards
  • Alan White drums
  • Dave Morgan bass guitar
  • Keith Smart drums
  • Jackie Lomax guitar, vocal

Inspirierten Gibbons und die Uglys die Beatles?

Im Jahr 1965 spielte Gibbons in der Band The Uglys, die die Single „Wake Up My Mind“ aufnahm, die in England unterging, aber in Australien einen Achtungserfolg erzielte.

Auf ihr fand sich ein sozialkritischer Text, der Einflüsse von Bob Dylan zeigte, in psychedelischem musikalischem Gewand.

Noch im Jahr 2011, also fast ein halbes Jahrhundert nach dieser Single mitmasst das  neuseeländische Internetportal Elsewhere – The Magazine for curious people, dass diese Single sogar die Beatles insperiert haben könnte:

But there was something more about Wake Up My Mind.

In October of the same year the Beatles recorded „We Can Work it Out“, a song with folk-references and also not dissimilar time changes.

Could the Beatles (somewhat stoned in this clip) have been among the few to have heard the Ugly’s song which had been released in June?

Hmmm.

Wir sagen:

The answer is blowing in the wind.

Jedenfalls scheinen die Uglys, trotz geringerem kommerziellen Erfolg, auf „Ohrenhöhe“ mit den Fab Four gewesen zu sein!

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